Leitweg-ID: Was sie ist, wo sie hingehört
Die Leitweg-ID ist die Adresse einer E-Rechnung an die öffentliche Verwaltung. Du bekommst sie von deinem Auftraggeber und trägst sie in der XRechnung in das Feld BT-10 ein. Hier erfährst du, wie sie aufgebaut ist, wie du die Prüfziffer nachrechnest und welche Fehler am häufigsten passieren.

Kurz gesagt
Die Leitweg-ID identifiziert die Stelle in Bund, Land oder Kommune, die deine Rechnung bearbeiten soll. Sie besteht aus einer Grobadressierung, einer optionalen Feinadressierung und einer zweistelligen Prüfziffer, getrennt durch Bindestriche — zum Beispiel 04011000-1234512345-06. Du bekommst sie immer vom Auftraggeber, nie aus eigener Recherche, und sie gehört in der XRechnung in das Feld BT-10 „Buyer reference“.
Messbar, nicht behauptet
- 3 Teile
- Grobadressierung, Feinadressierung (optional) und Prüfziffer
- 5–46
- Zeichen lang, einschließlich der Bindestriche
- BT-10
- Feld „Buyer reference“ in der XRechnung
- Mod 97-10
- Prüfziffernverfahren nach ISO/IEC 7064 — wie bei der IBAN
Was die Leitweg-ID ist
Eine Behörde ist kein einzelnes Postfach. Hinter „dem Land“ oder „der Stadt“ stehen Hunderte Dienststellen mit eigenen Haushalten. Damit eine elektronische Rechnung automatisch bei der richtigen Stelle landet, haben sich Bund und Länder im Rahmen des Standards XRechnung auf eine einheitliche Adresse geeinigt: die Leitweg-ID. Ihre Form beschreibt die KoSIT in der „Format-Spezifikation Leitweg-ID“; die Vergabe selbst regeln Bund und Länder jeweils in eigener Zuständigkeit.
Für Lieferungen an den Bund ist die Leitweg-ID Pflicht: § 5 der E-Rechnungsverordnung (ERechV) nennt sie als erste Angabe, die eine elektronische Rechnung neben den umsatzsteuerlichen Bestandteilen enthalten muss — zusammen mit Bankverbindung, Zahlungsbedingungen und der E-Mail-Adresse des Rechnungsstellers. Viele Länder verlangen sie ebenfalls; einige nutzen eigene Kennungen im selben Feld. Im Geschäft mit Unternehmen spielt die Leitweg-ID keine Rolle. Welches Format Behörden erwarten, erklärt ZUGFeRD oder XRechnung?
Aufbau in drei Teilen
Jede Leitweg-ID folgt demselben Muster: Grobadressierung, Bindestrich, optional Feinadressierung und Bindestrich, dann die Prüfziffer. Die Gesamtlänge liegt zwischen 5 und 46 Zeichen. Das folgende Beispiel stammt aus der Spezifikation der KoSIT und ist keine echte Adresse:
| Bestandteil | Beispiel | Regel |
|---|---|---|
| Grobadressierung | 04011000 | Pflicht, 2 bis 12 Ziffern. Beginnt mit der Kennzahl des Bundeslandes (01 bis 16) oder 99 für den Bund; danach optional Regierungsbezirk, Landkreis und Gemeinde nach dem Regionalschlüssel. |
| Feinadressierung | 1234512345 | Optional, bis zu 30 Zeichen aus Ziffern und Buchstaben A–Z. Ihr Aufbau ist nicht bundeseinheitlich, sondern Sache von Bund und Ländern. |
| Prüfziffer | 06 | Pflicht, immer zwei Ziffern am Ende. Wird aus Grob- und Feinadressierung berechnet und lässt sich nicht frei wählen. |
Die Grobadressierung
Die ersten beiden Ziffern nennen das Bundesland nach dem amtlichen Regionalschlüssel — von 01 für Schleswig-Holstein bis 16 für Thüringen — oder 99 für den Bund. Danach können Regierungsbezirk, Landkreis und Gemeinde folgen. Eine Leitweg-ID, die mit 99 beginnt, gehört also zu einer Bundesbehörde; eine mit 09 zu einer Stelle in Bayern.
Die Feinadressierung
Die Feinadressierung unterscheidet einzelne Dienststellen, Ämter oder Kostenstellen. Sie darf Ziffern und Buchstaben enthalten, höchstens 30 Zeichen. Wie sie aufgebaut ist, legt jede Verwaltung selbst fest — du kannst sie also nicht herleiten, sondern nur übernehmen. Die KoSIT empfiehlt, sie mit einem Buchstaben beginnen zu lassen, damit ein verrutschter Bindestrich auffällt.
Die Prüfziffer nachrechnen
Die letzten zwei Ziffern sind eine Prüfziffer nach ISO/IEC 7064, Verfahren Modulo 97-10 — dasselbe Verfahren, mit dem auch die IBAN geprüft wird. Bindestriche zählen nicht mit; Buchstaben werden in Zahlen übersetzt (A = 10, B = 11 bis Z = 35). Für die Beispiel-ID sieht die Rechnung so aus:
| Schritt | Ergebnis |
|---|---|
| Grob- und Feinadressierung ohne Bindestriche aneinanderreihen | 040110001234512345 |
| Zwei Nullen für die Prüfziffer anhängen | 04011000123451234500 |
| Rest der Division durch 97 bilden | 92 |
| Rest von 98 abziehen — das ist die Prüfziffer | 98 − 92 = 06 |
| Kontrolle: vollständige ID ohne Bindestriche modulo 97 | Rest 1 = gültig |
Die Prüfziffer findet Tippfehler und Zahlendreher zuverlässig. Sie beweist aber nicht, dass es die ID wirklich gibt: Eine syntaktisch korrekte Leitweg-ID kann trotzdem zu einer falschen oder aufgelösten Stelle gehören.
Woher du sie bekommst
Die Leitweg-ID kommt immer vom öffentlichen Auftraggeber — in der Regel steht sie in der Bestellung, im Auftragsschreiben oder im Vertrag. Fehlt sie, frag bei der bestellenden Stelle nach, bevor du die Rechnung schreibst. Übernimm sie nicht aus einer alten Rechnung an eine andere Dienststelle derselben Behörde: Schon eine abweichende Feinadressierung schickt die Rechnung an die falsche Kasse. Und notiere sie dort, wo deine Rechnungen entstehen — am besten direkt am Kunden, damit jede Folgerechnung dieselbe Adresse trägt.
Wo sie in der XRechnung steht
In der XRechnung gehört die Leitweg-ID in das Feld BT-10 „Buyer reference“ (Käuferreferenz). In der CII-Syntax ist das das Element BuyerReference im Abschnitt der Handelsvereinbarung, in UBL das Element cbc:BuyerReference. Wird über das Peppol-Netz übermittelt, kann die Leitweg-ID zusätzlich als elektronische Adresse des Käufers im Feld BT-49 dienen.
Umsatzsteuerlich ist das Feld übrigens nicht entscheidend: Nach dem BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2025 ist ein Fehler wie das fehlende Feld BT-10 umsatzsteuerlich unbeachtlich. Für die Behörde ist es aber das wichtigste Feld überhaupt — ohne gültige Leitweg-ID kann die Rechnung nicht zugeordnet werden und wird in der Praxis häufig abgelehnt.
Typische Fehler
- Leitweg-ID ins falsche Feld geschrieben — etwa in die Bestellnummer (BT-13) oder nur in den Freitext statt in BT-10.
- Bindestriche weggelassen oder Leerzeichen eingefügt. Der Bindestrich ist Teil der Syntax, auch wenn er nicht in die Prüfziffer eingeht.
- Zahlendreher in langen Ziffernfolgen — genau das findet die Prüfziffer.
- Die ID einer anderen Dienststelle übernommen. Grobadressierung stimmt, Feinadressierung nicht.
- Eine ZUGFeRD-Rechnung an eine Behörde geschickt, die eine XRechnung verlangt — die Leitweg-ID allein macht noch keine XRechnung.
- Den Übermittlungsweg nicht geklärt: Manche Stellen nehmen E-Rechnungen nur über ihre Eingangsplattform oder Peppol an, nicht per E-Mail.
Wann du überhaupt eine E-Rechnung schreiben musst, steht in E-Rechnung für Online-Händler; wer als Kleinunternehmer an Behörden liefert, findet die Besonderheiten in E-Rechnung für Kleinunternehmer.
Was Exportly daraus macht
In der Stripe-App „Exportly E-Rechnung“ hinterlegst du die Leitweg-ID einmal am Kunden — jede weitere Rechnung an diese Behörde wird automatisch zur XRechnung mit BT-10.
- Empfänger-Einstellungen je Kunde direkt in der Rechnungsansicht: Format, Leitweg-ID und eigene E-Mail-Adresse für E-Rechnungen.
- Prüfung beim Eintragen: Format der Leitweg-ID und Prüfziffer nach Modulo 97-10 — Tippfehler fallen sofort auf.
- XRechnung 3.0 (CII) mit KoSIT-Prüfung vor dem Versand; alternativ über die Stripe-Kunden-Metadaten „leitweg_id“ und „einvoice_format“.
- Im Tarif Free kostenlos; Pro ab 19,90 € im Monat mit automatischem Versand und GoBD-Archiv. Alle Preise netto zzgl. 19 % USt.
- Grenze: kein Versand über Peppol oder Behördenportale — die XRechnung steht als Datei bereit und geht auf Wunsch per E-Mail.
Dieser Artikel ersetzt keine Steuerberatung. Aufbau und Regeln geben die Spezifikation der KoSIT und die Rechtslage nach unserem Kenntnisstand wieder — maßgeblich sind die Vorgaben deines Auftraggebers. Stand: 08.11.2026.
Häufige Fragen zur Leitweg-ID
Brauche ich eine Leitweg-ID für Rechnungen an Unternehmen?
Nein. Die Leitweg-ID ist eine Adresse für die öffentliche Verwaltung. Für Rechnungen an Unternehmen gibt es keine Leitweg-ID — dort genügt ein ZUGFeRD-PDF oder eine XRechnung mit einer anderen vereinbarten Käuferreferenz, etwa der Bestellnummer.
Wo bekomme ich die Leitweg-ID meines Auftraggebers?
Vom Auftraggeber selbst — üblicherweise steht sie in der Bestellung, im Auftrag oder in den Vertragsunterlagen. Fehlt sie, fragst du bei der bestellenden Stelle nach. Ein öffentliches Gesamtverzeichnis, in dem du sie verlässlich nachschlagen kannst, solltest du nicht voraussetzen.
Kann ich eine Leitweg-ID selbst prüfen?
Das Format und die Prüfziffer ja: Die letzten zwei Ziffern werden nach ISO/IEC 7064 Modulo 97-10 berechnet, wie bei der IBAN. Damit erkennst du Tippfehler. Ob die ID tatsächlich vergeben ist und zur richtigen Stelle führt, kann nur der Auftraggeber bestätigen.
Ist eine Rechnung ohne Leitweg-ID umsatzsteuerlich falsch?
Nach dem BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2025 ist ein fehlendes Feld BT-10 umsatzsteuerlich unbeachtlich — die Leitweg-ID ist keine Pflichtangabe nach § 14 UStG. Für den öffentlichen Auftraggeber ist sie aber oft verpflichtend; beim Bund schreibt § 5 ERechV sie vor. Ohne sie kann deine Rechnung abgelehnt werden oder nicht ankommen.
Was ist der Unterschied zwischen Leitweg-ID und Peppol-ID?
Die Leitweg-ID adressiert die Rechnung innerhalb der Verwaltung und steht in der XRechnung im Feld BT-10. Wird über das Peppol-Netz übermittelt, kann dieselbe Leitweg-ID zusätzlich als elektronische Adresse des Käufers (BT-49) dienen. Es ist also keine zweite Nummer, sondern eine zweite Verwendung.
Spielt Groß- und Kleinschreibung eine Rolle?
Nein. Nach der Spezifikation sind Buchstaben in der Feinadressierung nicht case-sensitiv. Bei der Prüfziffer zählt jeder Buchstabe mit seiner Position im Alphabet, beginnend bei A = 10. Üblich ist die Schreibung in Großbuchstaben.