Das DATEV-EXTF-Format: Buchungsstapel, Feld 20, Feld 103, Festschreibung
Ein EXTF-Buchungsstapel ist eine Textdatei mit strengen Regeln: eine Kopfzeile, eine Spaltenzeile, dann eine Zeile je Buchung. Wer die Kopfzeile und die zehn wichtigsten Spalten versteht, versteht auch, warum ein Import scheitert.
Kurz gesagt
EXTF ist die Kennung für DATEV-Buchungsstapel, die ein Fremdprogramm erzeugt hat — DTVF-Dateien stammen aus DATEV-Programmen selbst. Die Kopfzeile legt Formatversion (700), Berater- und Mandantennummer, Wirtschaftsjahr, Sachkontenlänge, Zeitraum und Festschreibung fest; die Datenzeilen tragen je Buchung Betrag, Soll/Haben, Konto, Gegenkonto, BU-Schlüssel, Belegdatum, Belegfeld 1 und Buchungstext. Beleglink (Feld 20) und Buchungs-GUID (Feld 103) verbinden die Buchung mit ihrem Beleg und schützen vor Doppelimporten.
Was ein Buchungsstapel ist
Ein Buchungsstapel ist die kleinste Liefereinheit zwischen Vorsystem und Kanzlei: alle Buchungssätze eines Zeitraums — typischerweise ein Monat — in einer Datei, die DATEV Kanzlei-Rechnungswesen in einem Schritt übernimmt. Der Stapel enthält keine Salden und keine Kontenbeschriftungen, sondern ausschließlich Bewegungen: je Zeile ein Betrag, zwei Konten, ein Datum und ein Beleg. Was im Stapel steht, wird nach dem Import gebucht; was fehlt, fehlt.
Das Format dafür ist das DATEV-Format, das die meisten als „EXTF" kennen. Es ist eine CSV-Datei mit Semikolon als Trennzeichen, Texten in doppelten Anführungszeichen, Dezimalkomma und Windows-Zeichensatz (ANSI, CP1252). Die erste Zeile ist die Kopfzeile mit den Metadaten des Stapels, die zweite Zeile die Spaltenüberschriften, ab der dritten Zeile folgen die Buchungen.
EXTF oder DTVF — und Version 700
Das erste Feld der Kopfzeile ist das Kennzeichen. EXTF steht für „Extern" — die Datei wurde von einem Fremdprogramm erzeugt, etwa einem Shop-System, einer Fakturierung oder Exportly. DTVF tragen dagegen Dateien, die ein DATEV-Programm selbst exportiert hat. Für den Import in die Kanzlei ist EXTF die richtige Kennung; DATEV-Programme prüfen sie und behandeln Fremddaten entsprechend.
Das zweite Feld ist die Versionsnummer des Formats. Die aktuelle Fassung ist Version 700; sie hat die Vorgängerin 510 abgelöst und unter anderem zusätzliche Felder am Ende der Datenzeile gebracht — darunter die Buchungs-GUID in Feld 103. Kanzlei-Rechnungswesen nimmt ältere Versionen weiterhin an, aber wer heute ein Vorsystem baut oder auswählt, sollte auf 700 bestehen: Nur so lassen sich Beleglink und Buchungs-GUID vollständig nutzen.
Die Kopfzeile
Die Kopfzeile beschreibt den ganzen Stapel. Die meisten Importfehler stecken hier — nicht in den Buchungen. Die wichtigsten Felder laut DATEV-Schnittstellenbeschreibung:
| Feld | Name | Inhalt | Beispiel |
|---|---|---|---|
| 1 | Kennzeichen | EXTF (Fremdprogramm) oder DTVF (DATEV-Programm) | EXTF |
| 2 | Versionsnummer | Version des DATEV-Formats | 700 |
| 3 | Formatkategorie | 21 = Buchungsstapel (16 = Debitoren/Kreditoren, 20 = Kontenbeschriftungen) | 21 |
| 4 | Formatname | Klartext der Kategorie | Buchungsstapel |
| 6 | Erzeugt am | Zeitstempel der Erzeugung (JJJJMMTTHHMMSSFFF) | 20260901120000000 |
| 11 | Beraternummer | Nummer der Kanzlei bei DATEV | 1234567 |
| 12 | Mandantennummer | Nummer des Mandanten in der Kanzlei | 12345 |
| 13 | Wirtschaftsjahresbeginn | Erster Tag des Wirtschaftsjahres (JJJJMMTT) | 20260101 |
| 14 | Sachkontenlänge | Stellen der Sachkonten im Mandanten (4 bis 8) | 4 |
| 15 / 16 | Datum von / bis | Zeitraum, den der Stapel abdeckt (JJJJMMTT) | 20260801 / 20260831 |
| 17 | Bezeichnung | Name des Stapels, wie er in DATEV erscheint | Stripe 08/2026 |
| 21 | Festschreibung | 0 = keine Festschreibung, 1 = Buchungen werden festgeschrieben | 1 |
| 22 | Währungskennzeichen | Währung des Stapels | EUR |
Berater- und Mandantennummer müssen zum Mandanten passen, in den der Stapel importiert wird. Wirtschaftsjahresbeginn und Sachkontenlänge müssen den Stammdaten des Mandanten entsprechen. Und der Zeitraum „Datum von / bis" ist nicht nur Beschriftung: Er bestimmt, welches Jahr zu den Belegdaten gehört, und er ist die Grenze, außerhalb derer DATEV keine Buchung annimmt.
Die wichtigsten Spalten
Eine Datenzeile hat in Version 700 weit über hundert Felder, die meisten bleiben leer. Diese hier entscheiden, ob eine Buchung richtig ankommt:
| Feld | Name | Inhalt |
|---|---|---|
| 1 | Umsatz | Betrag ohne Vorzeichen, Dezimalkomma — nie negativ, nie 0,00 |
| 2 | Soll/Haben-Kennzeichen | S oder H: Richtung des Betrags auf dem Konto in Feld 7 |
| 7 | Konto | Sach- oder Personenkonto in der Sachkontenlänge des Mandanten |
| 8 | Gegenkonto | Gegenkonto ohne BU-Schlüssel — der Schlüssel steht getrennt in Feld 9 |
| 9 | BU-Schlüssel | Steuer- und Berichtigungsschlüssel, z. B. 3 = 19 % USt, 2 = 7 % USt; leer bei Automatikkonten |
| 10 | Belegdatum | Nur Tag und Monat (TTMM) — das Jahr ergibt sich aus dem Stapelzeitraum |
| 11 | Belegfeld 1 | Rechnungs- oder Belegnummer, Grundlage für OPOS und Belegsuche |
| 14 | Buchungstext | Freitext zur Buchung, in DATEV auf 60 Zeichen begrenzt |
| 20 | Beleglink | Verweis auf das Belegbild, z. B. BEDI "<guid>" für DATEV Unternehmen online |
| 40 / 41 | EU-Land u. USt-IdNr. / EU-Steuersatz | Bestimmungsland und USt-IdNr. bzw. Steuersatz für EU-Sachverhalte (Reverse Charge, OSS) |
| 103 | Buchungs GUID | Eindeutige Kennung der Buchung — laut DATEV-Schnittstellenbeschreibung ab Version 700; DATEV erkennt darüber bereits importierte Buchungen |
Zwei Dinge überraschen beim ersten Mal. Erstens: Der Umsatz hat kein Vorzeichen — die Richtung steckt im Soll/Haben-Kennzeichen, das sich auf das Konto in Feld 7 bezieht. „119,00; S; 1590; 8400" heißt: 119,00 € im Soll auf 1590, Gegenbuchung im Haben auf 8400. Zweitens: Das Belegdatum ist vierstellig, Tag und Monat. Das Jahr liefert der Stapelzeitraum aus der Kopfzeile.
Der Beleglink in Feld 20 verknüpft die Buchung mit ihrem Belegbild. Für DATEV Unternehmen online hat er die Form BEDI "<guid>"; dieselbe GUID steht im Belegtransfer-Manifest (document.xml) am zugehörigen PDF. Die Buchungs-GUID in Feld 103 ist etwas anderes: Sie kennzeichnet die Buchung selbst. Ist sie stabil — dieselbe Rechnung ergibt in jedem Lauf dieselbe GUID —, kann DATEV einen versehentlich zweimal gelieferten Zeitraum erkennen, statt ihn doppelt zu buchen.
Festschreibung und GoBD
Die GoBD verlangen, dass Buchungen nach ihrer Erfassung nicht mehr unbemerkt verändert werden können (§ 146 Abs. 4 AO, Unveränderbarkeit). In DATEV ist die Festschreibung das Werkzeug dafür: Festgeschriebene Buchungen lassen sich nur noch per Stornobuchung korrigieren, nie durch Überschreiben. Das Festschreibungskennzeichen in Feld 21 der Kopfzeile bestimmt, ob der importierte Stapel sofort festgeschrieben wird (1) oder zunächst änderbar bleibt (0).
Ein Vorsystem, das den Stapel ohnehin aus unveränderten Originaldaten erzeugt, kann ihn guten Gewissens festschreiben lassen. Kanzleien, die vor der Übernahme noch nachkontieren wollen, bevorzugen gelegentlich die 0 und schreiben nach der Prüfung selbst fest. Beides ist GoBD-konform — solange die Festschreibung spätestens mit der Umsatzsteuer-Voranmeldung erfolgt und dokumentiert ist, wer wann was geändert hat.
Import in Kanzlei-Rechnungswesen
In Kanzlei-Rechnungswesen wird ein EXTF-Stapel über den ASCII-Import im DATEV-Format eingelesen: Datei wählen, Mandant und Wirtschaftsjahr prüfen, Stapel übernehmen. DATEV prüft dabei Kopfzeile und Zeilen und listet Zurückweisungen mit Zeilennummer auf. Alternativ lädt der Mandant oder das Vorsystem den Stapel in DATEV Unternehmen online hoch; die Kanzlei holt ihn von dort in ihre Buchführung — der Weg, auf dem auch die Belege über den Belegtransfer mitkommen.
Praktisch ist, den Stapel vor dem Import einmal in einem Texteditor zu öffnen: Kennzeichen EXTF, Version 700, die richtige Beraternummer, der erwartete Zeitraum. Diese vier Werte in der ersten Zeile verhindern die Hälfte aller Rückfragen zwischen Mandant und Kanzlei.
Häufige Importfehler
- Sachkontenlänge passt nicht. Der Mandant arbeitet mit 5-stelligen Konten, der Stapel meldet 4 — oder die Konten in den Datenzeilen haben eine andere Länge als der Kopf verspricht. DATEV lehnt den Stapel ab oder ordnet Konten falsch zu.
- Belegdatum außerhalb des Stapelzeitraums. Feld 10 kennt nur Tag und Monat. Liegt ein Belegdatum vor „Datum von“ oder nach „Datum bis", weist Kanzlei-Rechnungswesen die Zeile zurück — typisch bei Zahlungen vom 31. in einem Stapel, der am 1. beginnt.
- BU-Schlüssel fehlt oder ist zu viel. Ein Nicht-Automatikkonto ohne Steuerschlüssel bucht ohne Umsatzsteuer; ein Automatikkonto mit Schlüssel erzeugt einen Fehler. Beides fällt oft erst in der Umsatzsteuer-Voranmeldung auf.
- Falsche Zeichenkodierung. Der Stapel ist UTF-8 statt ANSI (CP1252): Aus „Gebühr“ wird „Gebühr", aus Belegfeld 1 eine Zeichenkette, die kein Programm mehr findet.
- Berater- oder Mandantennummer stimmt nicht. Der Stapel lässt sich zwar öffnen, landet aber beim falschen Mandanten oder wird von DATEV Unternehmen online nicht angenommen.
- Derselbe Stapel zweimal. Ohne Buchungs-GUID in Feld 103 importiert DATEV überlappende Zeiträume doppelt — der Umsatz verdoppelt sich still, bis die Saldo-Abstimmung es bemerkt.
Was Exportly daraus macht
Exportly schreibt den Stapel im Format „EXTF Buchungsstapel" Version 700 mit deiner Berater- und Mandantennummer, der Sachkontenlänge aus den DATEV-Einstellungen und dem Festschreibungskennzeichen in Feld 21. Jede Buchung mit Beleg trägt den Beleglink in Feld 20, jede Buchung eine stabile Buchungs-GUID in Feld 103 — deshalb importiert DATEV auch überlappende Zeiträume nie doppelt. Das Belegpaket liefert dazu die Rechnungs-PDFs, den Beleg-Index und die document.xml für den Belegimport.
Dieser Artikel ersetzt keine Steuerberatung. Stand: 21.09.2026.
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